Sommersportanlagen

Sommersportanlagen

Bau von Sommerstockanlagen

Vorgaben für den Bau einer Stocksportanlage findet man in der Schriftenreihe der IFI

Sport- und Freizeitanlagen
Planung und Bau von Sportanlagen für das Betreiben von Eisstocksport im Sommer

Darin enthalten sind Richtlinien für den Bau und die Sanierung von Sommersportböden auf der Basis von Splittmastixasphalt und Dränbetonpflaster für Hallen und Freianlagen.

→ Link zu den Richtlinien

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Ebenheit und Gefälle

Vorgaben für die Ebenheit einer Bahn:

  • bezogen auf die Bahnenbreite von 3,60 m:  ≤ 4 mm
  • in Längsrichtung bezogen auf die 4 m Latte:  ≤ 6 mm

Diese Ansprüche für die Ebenheit gelten gleichermaßen für alle Bodenbeläge. Die Abmessungen der Spielbahnen für den Sommerstocksport orientieren sich grundsätzlich an den Winterbahnen: Länge 30 m | Breite 3 m.

Bei fehlender Wasserdurchlässigkeit sollten Freianlagen gemäß den Empfehlungen der IFI ausgehend von der Spielfeldmitte ein Oberflächengefälle in Satteldachausbildung von 3 bis max. 5 ‰ haben. Dies entspricht einem Höhenunterschied von der Abspielstelle bis zur Bahnmitte von 4,5 – 7,5 cm.

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Sportbodenbeläge

Gemäß IER Regel 101 kann im Sommer der Sportboden aus folgenden Materialien bestehen: Asphalt, Betonpflaster, Hartstoffestrich oder thermoplastischer Kunststoff.

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Split-Mastix-Asphalt

Der Splittmastixasphalt (Stone Mastic Asphalt – SMA) ist eine spezielle Sorte des Asphalts für Deckschichten mit einem erhöhten Bitumen- und Splittgehalt. Deckschichten aus diesem Asphalt sind zudem einfacher herzustellen und wesentlich haltbarer als → Rundkornasphalt. Von der IFI wird deshalb seit 1998 ein Splittmastixasphalt mit der Körnung 0/8 mm (SMA 0/8 S) für schwergängige Bahnen und mit der Körnung 0/11 mm (SMA 0/11 S) für etwas leichter gängige Bahnen empfohlen.

Rundkornasphalt
Splitmastixasphalt

Bei wasserundurchlässigen Split-Mastix-Belägen im Außenbereich ist ein → Oberflächengefälle zwischenzeitlich zwingend vorgeschrieben. Zudem ist zu beachten, daß sich bei Freianlagen aufgrund intensiver Sonneneinstrahlung und Witterungseinflüsse die Laufeigenschaften sowohl kurz- als auch langfristig stark verändern können.

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Betonbahnen

Der Boden einer Kunsteisanlage besteht im Allgemeinen aus Hartstoffestrich oder Vakuumbeton.

  • Als Hartstoffestrich werden solche Estriche (Zementestriche) bezeichnet, denen zur Erreichung einer höheren Abriebfestigkeit an der Oberfläche sogenannte Hartstoffe aus Metall, Natursteinen, dichten Schlacken, Korund- oder Silikonkarbid beigemischt werden. Im Industriebodenbau werden hierfür meist Stahlfasern verwendet (Stahlfaserbeton).
  • Vakuumbeton ist ein Beton, dem mit einer Vakuumpumpe und Saugmatten nach dem Betonieren überschüssiges Wassers entzogen wurde. Vakuumbeton besitzt eine dichtere und verschleißfestere Oberfläche und zudem eine höhere Frostbeständigkeit als normaler Beton.

Diese Bodenbeläge besitzen je nach Oberflächenbehandlung (Schleifen, Polieren) um bis zu 15% höhere Reibebeiwerte als Asphalt. In einigen Stadion (z.B. Burgkirchen, zwischenzeitlich geschlossen) wurde der Sportboden deshalb mit einer „KOROSTOCK Hartstoffverschleißschicht“ der Firma Korodur (KORODUR Westphal Hartbeton GmbH & Co. KG, 92224 Amberg) überzogen. Der Sportboden ist dadurch leichter bespielbar und auch für Damen und Schüler geeignet. Unbehandelte Estriche (Eishallen in Regen, Waldkirchen) erfordern dagegen selbst bei Verwendung schneller Laufsohlen hohen Kraftaufwand.

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Dränbetonpflaster

Betonpflasterbahnen stellen bei sachgerechter Verlegung und Bearbeitung der Pflastersteine (ggf. Schleifen) einen hervorragend zu bespielenden Sportboden dar. Hervorzuheben ist insbesondere auch das äußerst positive optische Erscheinungsbild bei farblich abgesetzten Zielfeldern; das Einzeichnen von Zielfeldbegrenzungslinien kann hier insoweit unterbleiben. Bestimmte Steingrößen sind seitens der IFI nicht vorgeschrieben.

Im Hinblick auf die Ebenheit gelten die Vorgaben einer asphaltierten Bahn analog, jedoch kann hier bei gegebener Wasserdurchlässigkeit 1 auch bei Freianlagen auf ein → Oberflächengefälle verzichtet werden.

Pflasterbelag
Pflasterbahn Pfeffenhausen

In jüngerer Zeit wurden viele neue Sportanlagen mit Pflasterbelägen ausgestattet und zwischenzeitlich werden Betonpflasterbahnen (zumindest in Hallen) auch von der IFI favorisiert. Inwieweit sich Pflasterbahnen auch im Außenbereich durchsetzen werden bleibt abzuwarten.

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TINA-FLEX IC

Der Bodenbelag aus TINA-FLEX IC (Fa. Dallmer GmbH + Co. KG, 59757 Arnsberg) besteht aus einem speziell für den Sommerstocksport modifizierten, UV-stabilisiertem, thermoplastischem Kunststoff. Die 30 x 30 cm großen Gitterplatten sind mit Steckverbindungen ausgestattet und können zu beliebig großen Spielflächen mit beliebig vielen Stockbahnen zusammengesteckt werden. Verschiedenfarbige Elementen erlauben eine optisch ansprechende Ausgestaltung der Bahnen und Zielfelder. Der Belag ist im Besonderen als Auflage für sanierungsbedürftige Asphaltbahnen geeignet und kann bei Bedarf jederzeit auf- und abgebaut werden.

Nachteilig zu bemerken ist allerdings, dass selbst kleinste Unebenheiten des Untergrundes zu einem „Aufstehen“ der Plattenränder und damit im Spielbetrieb zu Materialausbüchen führen können. Der Tina-Flex IC Belag is als Sportboden für Eisschießen zwar weiterhin zugelassen, wird aber nicht mehr angeboten.

Tina Flex IC Belag
Tina Flex IC Platte

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SAPU-MF

Ein weiterer Kunststoffboden ist der SAPU-MF-Belag (Fa. Sallmann GmbH, Sapu-Profis, 74196 Neuenstadt am Kocher). Dieser ist in zwei Varianten „Typ S“ (schnell) und „Typ L“ (langsam) erhältlich, wobei die Reibebeiwerte jeweils innerhalb der IFI-Empfehlung liegen. Diese Bodenbeläge werden seit ca. 2002 vertrieben. Der strukturierte Belag wird farblich abgestimmt für die Spielbahnen (weiß oder blassgrün) und die Bahnzwischenräume (sandgelb) in 30 x 1 m großen Bahnen geliefert und kann auf entsprechen-dem Untergrund fest installiert oder mobil verlegt werden. Für den mobilen Einsatz eignen sich besonders Sporthallen und Tennisanlagen.

Sapu-Belag
Sapu-Belag

Die Deutsche Meisterschaft auf Sommerbahnen 2009 (Nürnberg, Sporthalle am Berliner Platz) und der Europacup 2010 (Steyr, Stocksporthalle) der Herren im Sommerstocksport auf Sapu-Belägen ausgetragen.

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Bergo Multisportbelag

Im November 2011 wurde dem Bergo Multisportboden der Fa. Ostacon Bodensysteme, Henning Boock, Dorfstraße 9, D-23936 Naschendorf von der IFI die Zulassung erteilt. Der Belag wurde erstmals bei der WM 2012 in Waldkraiburg der Öffentlichkeit vorgestellt. Bei dem Belag handelt es sich um ähnliche Module und Stecksysteme wie dem vorgenannten Tina-Flex IC und ist in vielerlei Farbabstufungen erhältlich.

Bergo Platte
Bergo Sommerbahn

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LIKE-ICE ES sport

Im Jahre 2016 wurde mit „Like-Ice“ (LIKE-ICE Science GmbH, 84069 Schierling) ein weiterer Kunststoffbelag zugelassen. Dieser laut Herstellerangaben „eisähnliche“ Belag ist ebenso zum Eislaufen und Eishockey geeignet. Der Belag war laut IFI-Prüfstelle beim Test in von Schlittschuhläufern gut aufgerauten Zustand bestens zu bespielen, die Sommerlaufsohlen zeigten in der gesamten Bandbreite die gewünschten Eigenschaften.

Der in Platten (2m x 1m x 19 mm) angebotene Belag ist selbstschmierend (integrierte Gleitstoffe für Eislaufen ohne Gleitmittel) und besitzt einen integrierten UV-Schutz für lange Lebensdauer beim Einsatz im Außenbereich. Der Belag ist im Innen- und Außenbereich einsetzbar und kann sowohl dauerhaft oder auch mobil (z.B. in Turnhallen) verlegt werden.

Like-Ice-ES sport
Like-Ice-ES event

Beim LIKE-ICE-ES sport handelt es sich um einen IFI-gerechten Belag, der laut Angaben des Herstellers mit Sommer- und Winterlaufsohlen bespielt werden kann.

Der LIKE-ICE-ES event kann dagegen nur mit Sommerlaufsohlen bespielt werden ist für IFI-Wettbewerbe nicht zugelassen. Der Belage ist hauptsächlich für Event-Veranstaltungen gedacht.

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Sommersportanlagen

Bei der Mehrzahl der Sommerstockanlagen handelt es sich um Freianlagen mit → Asphalt oder → Pflasterbahnen. Um witterungsunabhängig zu sein, werden größere Wettkämpfe auch auf → Betonbahnen in Eisstadien ausgetragen. In separaten Sommerstockanlagen findet man meist Asphalt- oder Pflasterbeläge. Kunststoffbeläge werden aufgrund der hohen Kosten meist nur kurzzeitig in Mehrzweckhallen und für einzelne Spiele (Mannschaft gegen Mannschaft) verlegt.

KreisOrtBahnenBelag
20084571 Arbing2Pflaster
20084508 Burgkirchen3Pflaster
20084568 Pleiskirchen3Asphalt
20084571 Reischach3Pflaster
20084573 Schönberg3Pflaster
20084518 Garching4Pflaster
20084561 Mehring4Pflaster
20084553 Halsbach4Pflaster
20084550 Feichten4Pflaster
20084564 Oberbergkirchen4Pflaster
20084428 Buchbach4Asphalt
20084513 Töging7Asphalt
20084579 Unterneukirchen8Asphalt
20084559 Frauendorf2Asphalt

 

  1. Dränbeton ist ein wasserdurchlässiger Sonderbeton mit weitgehender Frostsicherheit.